Optionsscheine: Kennzahlen/Begriffe
Was können Sie von den griechischen Kennzahlen Delta, Vega und Gamma ablesen?
Das Delta ist eine Kennziffer, die angibt, um wie viel sich der Preis des Optionsscheins ändert, wenn sich der Kurs des Basiswerts um eine Einheit ändert und alle übrigen Einflussfaktoren konstant bleiben. Der Wertebereich des Deltas liegt für Call-Optionsscheine zwischen 0 und +1, für Put-Optionsscheine zwischen 0 und -1.
Das Vega ist eine Kennziffer, die angibt, um wie viel sich der Preis des Optionsscheins ändert, wenn sich die Schwankungsbreite (Volatilität) des Basiswerts um 1 Prozentpunkt ändert.
Das Gamma gibt die absolute Veränderung des Delta-Faktors an, wenn sich der Kurs des Basiswerts um eine Einheit ändert. Das höchste Gamma erreicht ein Optionsschein, wenn er am Geld notiert. Dann ist seine Sensitivität in Bezug auf den Basiswert am höchsten.
Was drückt die Kennziffer Theta aus?
Bei der Geldanlage in Optionsscheinen läuft die Zeit gegen den Anleger. Optionsscheine können nämlich auch dann an Wert verlieren, wenn sich der Kurs des zugrunde liegenden Basiswerts nicht ändert. Aufgrund der kontinuierlich sinkenden Restlaufzeit der Option sinkt der Wert je weiter die Zeit fortschreitet, auch wenn der Kurs des Basiswerts stabil bleibt. Entscheidend für den Käufer von Optionsscheinen ist, dass der Zeitwertverlust des Optionsscheins durch den Kursanstieg des Basiswerts ausgeglichen, wenn nicht gar überkompensiert werden kann. Das Theta gibt an, um wie viel sich der Preis des Optionsscheins rein rechnerisch vermindert, wenn sich die Restlaufzeit um einen Monat verringert. Hat z. B. ein Optionsschein ein Theta von 10%, müsste der Optionsschein rein rechnerisch jeden Monat um 10% an Wert verlieren, selbst wenn die anderen Einflussfaktoren wie Kurs des Basiswerts, Dividende, Zinssatz oder Volatilität konstant bleiben. Besonders bei Optionsscheinen mit geringer Restlaufzeit kommt es gegen Ende der Laufzeit deshalb zu einem starken Kursverfall, da der Optionsschein am Ende der Laufzeit nur noch aus dem inneren Wert besteht.
Was drückt der Hebel (Gearing) aus?
Der Hebel ist der Quotient aus dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Optionsscheinpreis unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses. Er drückt lediglich aus, wie viele Optionsscheine erworben werden können, bei gleichem Kapitaleinsatz wie für den Kauf einer Einheit des Basiswerts.
Was versteht man unter den Begriffen "aus dem Geld", "im Geld", "am Geld"?
Die Begriffe "in", "am" und "aus dem Geld" machen deutlich, in welchem Verhältnis sich der Basispreis des Optionsscheins zum aktuellen Aktienkurs befindet.
| Aktueller Aktienkurs = Basispreis | Aktueller Aktienkurs > Basispreis | Aktueller Aktienkurs < Basispreis | |
|---|---|---|---|
| Call | Am Geld | Im Geld | Aus dem Geld |
| Put | Am Geld | Aus dem Geld | Im Geld |
Die Bezeichnung "in", "an" und "aus dem Geld" gibt zusätzlich auch Auskunft über den inneren Wert eines Optionsscheins, da sich der innere Wert immer aus der positiven Differenz zwischen aktuellem Aktienkurs und Basispreis errechnet. Optionsscheine, die aus dem Geld liegen, haben stets einen inneren Wert von Null. Im Falle einer Ausübung würden Sie nichts erhalten. Optionsscheine, die am Geld notieren, haben einen inneren Wert von Null bzw. einen minimalen Wert. Bei einem im Geld notierenden Optionsschein ist der innere Wert größer als 0. Bei einer Ausübung erhielten Sie den positiven inneren Wert.
Was ist der Unterschied zwischen historischer und impliziter Volatilität?
Die Volatilität ist ein Maß für die Schwankungsbreite eines Basiswertes innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Man unterscheidet zwischen historischer und impliziter Volatilität.
Die historische Volatilität ist eine auf Basis der historischen Höchst- und Tiefstkurse entwickelte Schwankungsbreite, die mathematisch aus der Quadratwurzel der Varianz ermittelt werden kann. Sie bietet ein Richtmaß für die vergangene Entwicklung eines Basiswertes, hat aber keinerlei Einfluss auf den Optionspreis.
Die implizite Volatilität ist im Gegensatz dazu, die vom Markt erwartete, zukünftige Schwankungsbreite des Basiswerts. Sie ist die Grundlage für die Bewertung des Zeitwerts innerhalb eines Optionsscheins und hat deshalb auch entscheidenden Einfluss auf den Preis.
Die Volatilität eines Optionsscheins ändert sich fortlaufend, wenn sich die Märkte bewegen. Kommt Phantasie in einen Basiswert, sind die Marktteilnehmer häufig der Meinung, dass die Aktie zukünftig viel stärker als in der Vergangenheit schwankt. Die Volatilität steigt und damit der Zeitwert, also der Preis des Optionsscheins, selbst wenn die Aktie zunächst stagniert. Kehrt dagegen Ruhe am Markt ein, müssen Sie mit sinkenden Volatilitäten rechnen.
